17. März 2025

App-Rabatte im Supermarkt: Anette Moesta kritisiert Altersdiskriminierung beim Einkaufen

In vie­len Super­märk­ten gibt es Rabat­te mitt­ler­wei­le nur noch digi­tal – per App, Kun­den­kon­to oder Bonus-Cou­­pon. Doch nicht jeder ver­fügt über ein Smart­phone, ins­be­son­de­re älte­re Men­schen wer­den dadurch benach­tei­ligt. Die senio­ren­po­li­ti­sche Spre­che­rin der CDU-Lan­d­­tags­­frak­­ti­on, Anet­te Moes­ta, sieht dar­in eine kla­re Alters­dis­kri­mi­nie­rung und for­dert die Lan­des­re­gie­rung zum Han­deln auf.

Vie­le älte­re Men­schen besit­zen schlicht kein Smart­phone oder sind im Umgang mit digi­ta­len Anwen­dun­gen nicht geübt. Wer die Super­­markt-App nicht nutzt, zahlt am Ende drauf – das ist unge­recht und schließt einen erheb­li­chen Teil der Bevöl­ke­rung von die­sen Preis­vor­tei­len aus“, so Anet­te Moes­ta. Tat­säch­lich besitzt nur etwa die Hälf­te der Senio­rin­nen und Senio­ren über­haupt ein Smart­phone. „Die gro­ße Mehr­heit hat weder die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten noch das Wis­sen, um an den digi­ta­len Rabat­ten teil­zu­ha­ben – und das in Zei­ten, in denen jeder Euro beim Ein­kauf zählt.“

Beson­ders ärger­lich fin­det Anet­te Moes­ta, dass Sozi­al­mi­nis­te­rin Katha­ri­na Schall in einer aktu­el­len SWR-Berich­t­er­sta­t­­tung erklärt hat, die Poli­tik habe hier kaum Ein­fluss­mög­lich­kei­ten. „Die­se Hal­tung ist viel zu ein­fach. Es gibt sehr wohl Spiel­raum, um Senio­rin­nen und Senio­ren bei der digi­ta­len Teil­ha­be bes­ser zu unter­stüt­zen. Die bestehen­den Lan­des­pro­gram­me sind voll­kom­men unzu­rei­chend. Die soge­nann­ten Digi­tal­bot­schaf­ter leis­ten groß­ar­ti­ge Arbeit, aber ohne ein geeig­ne­tes End­ge­rät nüt­zen auch die bes­ten Schu­lun­gen nichts“, kri­ti­siert Anet­te Moesta.

Die CDU-Poli­­ti­ke­rin for­dert von der Lan­des­re­gie­rung mehr Ein­satz für die älte­re Gene­ra­ti­on. „Es reicht nicht, das Pro­blem zu erken­nen – es müs­sen Lösun­gen auf den Tisch. Die Lan­des­re­gie­rung soll­te umge­hend das Gespräch mit den Super­markt­ket­ten suchen, um alter­na­ti­ve Wege für älte­re Men­schen zu schaf­fen. Ob Rabatt­kar­ten, gedruck­te Cou­pons oder ande­re Lösun­gen – es kann nicht sein, dass älte­re Men­schen struk­tu­rell benach­tei­ligt werden.“

Bereits bei den ver­gan­ge­nen Haus­halts­be­ra­tun­gen hat­te die CDU-Lan­d­­tags­­frak­­ti­on eine deut­li­che Auf­sto­ckung der Mit­tel für digi­ta­le Teil­ha­be gefor­dert, um sicher­zu­stel­len, dass nie­mand von den Vor­tei­len der Digi­ta­li­sie­rung aus­ge­schlos­sen bleibt. Doch die Lan­des­re­gie­rung habe dies bis­lang igno­riert. „Von einer Sozi­al­mi­nis­te­rin, die gleich­zei­tig für Digi­ta­li­sie­rung ver­ant­wort­lich ist, erwar­te ich deut­lich mehr Enga­ge­ment. Die älte­re Gene­ra­ti­on darf nicht das Nach­se­hen haben, nur weil sie nicht mit der neu­es­ten Tech­nik aus­ge­stat­tet ist“, so die CDU-Abge­­or­d­­ne­­te abschließend.